Wunderdinge aus Übersee

Auf Film­ma­te­ri­al aus Zel­lu­loid lern­ten die Bil­der lau­fen und ver­hal­fen der Film­in­dus­trie zum Durch­bruch. Zel­lu­loid war der ers­te ther­mo­plas­ti­sche Kunst­stoff und ein wah­res Wun­der­ding – in allen Far­ben her­stell­bar, leicht zu for­men und vor allem Eines – bil­lig. Aus Ame­ri­ka kamen heu­te drei neue Schif­fe zu uns, die wun­der­schön sind und ganz sicher zu den ältes­ten Expo­na­ten unse­rer Samm­lung zäh­len.

Auf der Spree unterwegs

Das Schub­boot 74 des VEB Spiel­zeug­land ist schwer zu fin­den. Bei einem Anbie­ter in Bel­gi­en haben wir es ent­deckt und heu­te kam das gute Stück mit der Post. Der Ori­gi­nal­kar­ton zeigt das Bin­nen­schiff – offen­sicht­lich unter­wegs auf der Spree – vor der sti­li­sier­ten Stadt­land­schaft Ber­lins. Fern­seh­turm, Rat­haus­pas­sa­ge, das Kup­pel­dach der Kon­gress­hal­le und das Kreuz der Mari­en­kir­che sind erkenn­bar. Das Spiel­zeug aus dem Jah­re 1974 ist der Rea­li­tät nach­emp­fun­den. Es besteht aus zwei Tei­len, dem moto­ri­sier­ten Schub­schiff und dem davor befes­tig­ten Leich­ter, der bela­den wer­den konn­te. Mit einem Schlüs­sel lässt sich das Schub­boot auf dem Was­ser in Gang set­zen. Ein wei­te­res schö­nes Stück für unse­re Samm­lung.

 

Schifffahrtsmuseum Rostock – 22. Juni bis 1. September 2013

Es ist ein gro­ßes Ver­gnü­gen, alte Schif­fe zu sam­meln und sie foto­gra­fisch neu in Sze­ne zu set­zen. Wenn dann alles in einem Aus­stel­lungs­raum sei­nen Platz fin­det, ist es wie­der­um span­nend zu sehen, wel­che Wir­kung sich ent­fal­tet.

mare – Die Zeitschrift der Meere

In der aktu­el­len Aus­ga­be des mari­ti­men Maga­zins mare wird auf die neue Son­der­aus­stel­lung im Ros­to­cker Schiff­fahrts­mu­se­um ver­wie­sen. Das freut uns sehr, denn so füh­len wir uns mit dem The­ma unse­rer Aus­stel­lung rich­tig ver­stan­den.

Zeitschrift Mare mit Hinweis auf die Ausstellung Leinen los

 

Vor Anker im IGA-Park

Im Jah­re 2003 war Ros­tock die Gast­ge­ber­stadt der Inter­na­tio­na­len Gar­ten­aus­stel­lung. Aus die­sem Anlass ver­wan­del­te sich das wei­te Brach­land am Ran­de der Stadt in den IGA-Park. Bis heu­te ist die­ser ein belieb­tes Aus­flug­ziel für Anwoh­ner und Tou­ris­ten. Das Schiff­bau- und Schiff­fahrts­mu­se­um mit sei­nem altem Hafen­kran, dem Hafen­schlep­per »Saturn« und der his­to­ri­scher Boots­werft bie­tet jede Men­ge sehens- und wis­sens­wer­tes. Und das Tra­di­ti­ons­schiff Typ Frie­den mit sei­ner moder­nen Dau­er­aus­stel­lung erfreut sich seit mehr als vier­zig Jah­ren unge­bro­chen gro­ßer Beliebt­heit. Bis 1. Sep­tem­ber heißt es zudem »Lei­nen los! – His­to­ri­sche Spiel­zeug­schif­fe auf gro­ßer Fahrt«.

Einblicke – bunte Vielfalt in Vitrinen

Segel­jol­len und Speed­boo­te, Hafen­schlep­per, Atlan­tik-Liner, Haus­boot und Öltan­ker, Wikin­ger­schif­fe, Flug­zeug­trä­ger, U-Boo­te und Boden­see­fäh­re, Kata­ma­ran und Schütt­gut­frach­ter, Was­ser­ski, Luft­kis­sen­boot, Wal­fang­schiff … mehr als 150 ori­gi­na­le Spiel­zeug­schif­fe zei­gen in den Vitri­nen eine erstaun­li­che Viel­falt.

Eröffnung in Rostock

Dr. Dan­ker-Cars­ten­sen und die Mann­schaft des Schiff­bau- und Schiff­fahrts­mu­se­ums haben sich mit Erfah­rung, Enga­ge­ment und Ein­falls­reich­tum um die Aus­stel­lung ver­dient gemacht. Uns wur­de in Ros­tock ein sehr freund­li­cher Emp­fang zuteil. Dafür möch­ten wir allen sehr herz­lich dan­ken.

 

»Dresden« – das Traditionsschiff aus der Baureihe Typ Frieden

Die »Dres­den« ist das ein­zig noch erhal­te­ne Schiff der Bau­rei­he Typ Frie­den. 1957 lief es in der War­now­werft vom Sta­pel. Unweit von sei­nem Geburts­ort liegt es seit 1970 als Muse­ums­schiff im Ros­to­cker Hafen vor Anker. Eine Woche vor Eröff­nung unse­rer Aus­stel­lung war der neue Anstrich fer­tig. Nun prä­sen­tiert sich die »Dres­den« wie­der in ihrer gan­zen Schön­heit.

Schifffahrtsmuseum Rostock – 22. Juni bis 1. September 2013

Für die Aus­stel­lung »Lei­nen los! His­to­ri­sche Spiel­zeug­schif­fe auf gro­ßer Fahrt« hat sich mit dem Schiff­bau- und Schiff­fahrts­mu­se­um Ros­tock ein wun­der­ba­rer Aus­stel­lungs­ort gefun­den. Foto­gra­fi­en und Objek­te fin­den unter Deck des alten Über­see­frach­ters ein pas­sen­des Ambi­en­te. 24 groß­for­ma­ti­ge Bil­der und mehr als 150 ori­gi­na­le Spiel­zeug­schif­fe aus Plas­te wer­den prä­sen­tiert. Dar­über hin­aus bie­tet die aktu­el­le Dau­er­aus­stel­lung und auch das Schiff selbst auf einer aus­ge­dehn­ten Tour – von der Brü­cke bis hin­ab in den Maschi­nen­raum – Vie­les zum Ent­de­cken.

Schiff­bau- und Schiff­fahrts­mu­se­um • Schmarl-Dorf 40 • 18106 Ros­tock • Di – So 10 – 18 Uhr • www.schifffahrtsmuseum-rostock.de

22. Juni bis 1. September 2013 – Schifffahrtsmuseum Rostock

Wir freu­en uns dar­auf, dass im Som­mer 2013 unse­re Aus­stel­lung ihren ers­ten Auf­tritt in einem Muse­um erle­ben wird. Das Tra­di­ti­ons­schiff »Typ Frie­den« im Ros­to­cker Über­see­ha­fen ist dafür eine wun­der­ba­re Adres­se. Der 10.000-Tonnen-Stückgut-Frachter wur­de im Jahr 1957 auf der Ros­to­cker War­now­werft gebaut. Bis 1969 war die »Dres­den« auf den Han­dels­rou­ten nach Ost­asi­en, Indo­ne­si­en, Afri­ka, Indi­en und Süd­ame­ri­ka unter­wegs. 1970 wur­de das Schiff an sei­nem heu­ti­gen Lie­ge­platz als Muse­um für die Besu­cher eröf­fent. In der Dau­er­aus­stel­lung kann man sich über his­to­ri­sche Aspek­te des Schiff­bau­es, des See­funk­we­sens und der Navi­ga­ti­on infor­mie­ren. Zudem kann das Schiff auf allen Decks – von der Kom­man­do­brü­cke bis zum Maschi­nen­raum – in Augen­schein genom­men wer­den. Son­der­aus­stel­lun­gen berei­chern dar­über hin­aus das Muse­umpro­gramm. Ab 22. Juni heißt es dann: »Lei­nen los! His­to­ri­sche Spiel­zeug­schif­fe auf gro­ßer Fahrt«
(4 Foto­gra­fi­en: Schiff­fahrts­mu­se­um Ros­tock)

»Thunderball« und »Welt ohne Sonne«

Im Jahr 1965 muss­ten sich James Bond und die Sei­nen in einer spek­ta­ku­lä­ren Unter­was­ser­sze­ne gegen Emi­lio Lar­gos skru­pel­lo­se Ban­de behaup­ten. Dabei kamen futu­ris­tisch anmu­ten­de Tauch­ge­rä­te zum Ein­satz. Dem Film »Thun­der­ball« brach­te dies einen Oscar für die bes­ten Spe­zi­al­ef­fek­te. Der fran­zö­si­sche Mee­res­for­scher Jac­ques-Ives Cous­teau errang im sel­ben Jahr mit der Doku­men­ta­ti­on »Welt ohne Son­ne« eben­falls die­se begehr­te Tro­phäe. Moder­ne Tauch­boo­te spiel­ten auch dar­in eine zen­tra­le Rol­le. Die Spiel­wa­ren­in­dus­trie erhielt in jener Zeit jede Men­ge Inspi­ra­ti­on. Die­se noch ein­mal ins Bild zu set­zen, war uns ein beson­de­res Ver­gnü­gen.

 

Alle Tage Weihnachten

Als Samm­ler genießt man das Pri­vi­leg, sich auch fern­ab von Geburts- und Fei­er­ta­gen auf Geschen­ke zu freu­en. Meis­tens muss man sich die­se zwar sel­ber machen, nicht sel­ten sind sie dafür um so schö­ner. Heu­te hat die Post ein Päck­chen aus Eng­land gebracht. Dar­in fand sich gut ver­packt ein Renn­boot mit Pro­pel­ler­an­trieb. Die spa­ni­sche Fir­ma Ranet­ta pro­du­zier­te es in den 1960er Jah­ren. Der Kar­ton zeigt auf allen Sei­ten eine anschau­li­che Illus­tra­ti­on und das Boot dar­in ist wun­der­schön und unver­sehrt, in der schwung­vol­len Form­spra­che sei­ner Zeit.

Kleines Spielzeug – große Geschichte

Im Okto­ber 1917 wur­de mit einem Schuss aus der Kano­ne des Pan­zer­kreu­zers Auro­ra das Signal zum Sturm auf das Petro­gra­der Win­ter­pa­lais gege­ben. Der Rest ist Geschich­te. Fünf Jah­re spä­ter wur­de das eins­ti­ge St. Peters­burg für die fol­gen­den Jahr­zehn­te in Lenin­grad umbe­nannt.
Das 1903 in einer St. Peters­bur­ger Werft gebau­te Schlacht­schiff hat­te bis dahin schon eini­ges gese­hen. Im Rus­sisch-Japa­ni­schen Krieg konn­te die Auro­ra in der Schlacht von Tsushi­ma (1905) als eines der weni­gen rus­si­schen Schif­fe ent­kom­men. Seit 1906 wur­de sie als Schul­schiff der Rus­si­schen Kriegs­ma­ri­ne ein­ge­setzt. Nach dem Erd­be­ben von Mes­si­na im Jah­re 1908 ent­sand­te man die Auro­ra zur Hil­fe. Wäh­rend des I. Welt­krie­ges patroul­lier­te der Kreu­zer mit ver­stärk­ter Bord­be­waff­nung in der Ost­see. Ab 1916 war sie im Hafen von Petro­grad sta­tio­niert und dort erleb­te sie dann im fol­gen­den Jahr ihre gro­ße his­to­ri­sche Stun­de. Bei deut­schen Luft­an­grif­fen auf Lenin­grad wur­de die Auro­ra 1941 stark beschä­digt und sank im Hafen­be­cken. Nach Ende des II. Welt­krie­ges wur­de sie gebor­gen und wie­der kom­plett in Stand gesetzt. Fort­an war sie wie­der­um als Mari­ne­schul­schiff in Dienst gestellt. Seit 1954 liegt die Auro­ra als Muse­ums­schiff an his­to­ri­scher Stel­le vor Anker. Ihre Kano­nen sind auch heu­te noch auf das Win­ter­pa­lais gerich­tet.

Unse­re Auro­ra ist ein klei­nes Plas­tik­spiel­zeug (6 cm) aus der eins­ti­gen Sowjet­uni­on. Die­ses win­zi­ge Kriegs­schiff sieht in sei­ner grel­len Far­be nicht sehr Angst ein­flö­ßend aus. Pink war ja auch nie wirk­lich die Far­be des Roten Okto­ber.

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»Leonardo da Vinci« – ein Traumschiff der 1960er Jahre

Spiel­zeug­schif­fe aus Kunst­stoff sind oft­mals sti­li­sier­te Ste­reo­ty­pen, mit gewölb­tem Schiffs­bauch und Schorn­stein oben­auf. Es fin­den sich aber auch kon­kre­te Nach­bil­dun­gen rea­ler Schif­fe. Die Leo­nar­do da Vin­ci lief 1958 in Genua vom Sta­pel. In den 1960er Jah­ren war der Trans­at­lan­tik­kri­se zwi­schen Ita­li­en und den USA im Lini­en­ver­kehr unter­wegs. Es war ein sehr schnel­les, moder­nes und luxu­riö­ses Schiff für 1326 Per­so­nen. Es gab sogar Plä­ne, die­ses mit einem Nukle­ar­an­trieb nach­zu­rüs­ten, aller­dings wur­de das aus Kos­ten­grün­den nie rea­li­siert. Ende der 1970er Jah­re wur­den die gro­ßen Trans­at­lan­tik Liner vom Flug­ver­kehr ver­drängt. Die Leo­nar­do da Vin­ci war noch als Kreuz­fahrt­schiff in der Kari­bik unter­wegs. Im Hafen von La Spe­zia sank das Schiff im Jah­re 1980 nach einem Brand an Bord. Die Ursa­che konn­te nie ermit­telt wer­den.

In ihrer Spiel­zeug­ver­si­on aus blau­em Plas­tik ist die Leo­nar­do da Vin­ci gera­de ein­mal 9 cm lang. Der ele­gan­te Schiffs­kör­per mit dem mar­kan­ten Schorn­stein ist den­noch gut erkenn­bar. Auf unse­rem Foto geht sie noch ein­mal auf gro­ße Fahrt.

Finissage am Müggelsee

Mit einem stim­mungs­vol­len Abend ver­ab­schie­de­ten sich die aus­stel­len­den Künst­ler von Wolf­gang Ramisch und der Ehr­lich-Vil­la in Ber­lin-Fried­richs­ha­gen. Fort­an wird der Ber­li­ner Holz­künst­ler hier wie­der allein mit sei­ner Ket­ten­sä­ge aktiv sein. Mit unse­ren Schiffs­bil­dern machen wir uns nun auf zu neu­en Ufern und hof­fen, dass wir damit in manch fer­nem Hafen will­kom­men sind. Wolf­gang Ramisch, Ute Haus­feld, Gerd Welisch und Car­lo Schmidt-Wesch sagen wir herz­li­chen Dank für die gute gemein­sa­me Zeit.

»Land in Sicht!« – Finissage am 21. Juli

Nach unse­rer Rei­se mit der neu­en Aus­stel­lung laden wir herz­lich zur Finis­sa­ge in die Ehr­lich-Vil­la ein. Am Sams­tag, den 21. Juli ab 18.00 Uhr gehen wir vor Anker und holen die Segel ein. Wir hof­fen auf ein fröh­li­ches Wie­der­se­hen mit vie­len Freun­den, auf gute Gesprä­che und guten Wein.
Ehr­lich-Vil­la, Ber­lin-Fried­richs­ha­gen, Josef-Naw­ro­cki-Stra­ße 16.

2012-07-Ehrlich-Villa_Finissage

 

Ein bewegtes Wochenende

Am Wochen­en­de der offe­nen Ate­liers konn­ten sich unse­re Schiffs­bil­der in der Öffent­lich­keit behaup­ten. Die Besu­cher kamen zahl­reich und die Reso­nanz war sehr posi­tiv. Bei inter­es­sier­ten Nach­fra­gen schien am meis­ten die Tat­sa­che zu ver­blüf­fen, dass unse­re Fotos tat­säch­lich aus­schließ­lich rea­le Insze­nie­run­gen zei­gen und kei­ne digi­ta­len Com­pu­ter-Col­la­gen. Nach­dem sich die letz­ten Besu­cher ver­ab­schie­det hat­ten, lie­ßen wir das Wochen­en­de gemein­sam mit Freun­den und unse­ren Mit­aus­stel­lern Wolf­gang Ramisch (Skulp­tur, Male­rei), Ute Haus­feld (Male­rei), Gerd Welisch (Male­rei) und Car­lo Schmidt-Wesch (Male­rei) auf der Ter­as­se der Ehr­lich-Vil­la stim­mungs­voll aus­klin­gen.

16. und 17. Juni 2012 – Offene Ateliers in Berlin-Friedrichshagen

Der Blaue Punkt signa­li­siert in jedem Jahr das Wochen­en­de, an dem in Ber­lin-Fried­richs­ha­gen Künst­ler ihre Türen öff­nen, um ihre neus­ten Wer­ke zu prä­sen­tie­ren und einen Ein­blick in ihre Arbeits­welt zu gewäh­ren. Am Ufer des Müg­gel­sees, direkt am Ein­gang des Spree­tun­nels, steht die Ehr­lich-Vil­la, ein bau­fäl­li­ges Gebäu­de, von impo­san­ten Aus­ma­ßen, das gedul­dig auf sei­ne Erwe­ckung war­tet. Bis dahin ist jedoch an einen Dorn­rös­chen­schlaf nicht zu den­ken. Der Maler und Holz­künst­ler Wolf­gang Ramisch (Foto) kann hier unge­stört mit der Ket­ten­sä­ge zu Wer­ke gehen und die weit­läu­fi­gen Räum­lich­kei­ten mit sei­ne eigen­wil­li­gen Figu­ren bevöl­kern. Vom 16. Juni an gibt er uns die Gele­gen­heit, eine Aus­wahl von 12 Foto­gra­fi­en zu prä­sen­tie­ren. Wäh­rend drau­ßen Segel­boo­te und Aus­flugs­damp­fer über den Müg­gel­see kreu­zen, heißt es in der Ehr­lich-Vil­la – »Lei­nen los!«

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